Orientierungswerte auf Basis öffentlicher Marktdaten. Kein Angebot, keine Beratung.
Dein aktueller Tarif — optional, für genauere Rechnung
Bei einem dynamischen Stromtarif richtet sich der Preis nach dem aktuellen Börsenstrompreis (EPEX Spot, Day-Ahead-Markt). Statt eines fixen Cent-Betrages pro Kilowattstunde zahlst du stündlich oder viertelstündlich den Marktpreis plus den Aufschlag deines Anbieters für Netzentgelte, Steuern und Servicekosten. Das Ergebnis: In Stunden mit viel Wind- und Solarstrom ist Strom günstig — manchmal sogar kostenlos oder negativ. In Spitzenzeiten kann er deutlich teurer werden.
In Deutschland ist der Anspruch auf einen dynamischen Tarif für Haushaltskunden seit Januar 2022 gesetzlich verankert (§ 41a Energiewirtschaftsgesetz, EnWG). Anbieter mit mehr als 100.000 Kunden sind verpflichtet, einen solchen Tarif anzubieten. Damit soll die Energiewende gestützt werden: Wer flexibel verbraucht, hilft das Stromnetz zu stabilisieren.
Der wichtigste Baustein ist ein intelligentes Messsystem (iMSys) — also ein digitaler Stromzähler, der deinen Verbrauch viertelstundenscharf erfasst und per Datenkommunikationsmodul an den Netzbetreiber übermittelt. Ob und wann du einen iMSys bekommst, hängt von deinem Netzbetreiber und deinem Jahresverbrauch ab:
Manche Anbieter ermöglichen über einen Zwischenstecker (z. B. Tibber Pulse) auch eine Näherungslösung: Das Gerät liest den Infrarot-Ausgang herkömmlicher Digitalzähler aus und überträgt Verbrauchsdaten in Echtzeit. Das ist kein offizielles iMSys, bietet aber ähnliche Transparenz für die App-Steuerung.
Entscheidend ist, wie viel Strom du verbrauchst und wie flexibel du deinen Verbrauch steuern kannst:
Börsenstrompreise können in Spitzenzeiten — etwa an kalten Wintertagen mit wenig Wind — deutlich über dem Durchschnitt liegen und gelegentlich auch teurer sein als ein Festpreis. Ohne bewusste Steuerung oder technische Hilfsmittel ist das Risiko höher. Wer einfach seinen Verbrauch unverändert lässt und keinen Fokus auf Verlagerung legt, kann in bestimmten Marktphasen mehr zahlen als mit einem Fixvertrag. Eine Kostengarantie gibt es nicht.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel stellt keine Energieberatung dar. Quelle: SMARD / Bundesnetzagentur, Stand 2026.
Schau auf deinen aktuellen Stromzähler: Hat er eine LED oder ein Display mit Kommunikationsmodul? Wenn nein, frag deinen Netzbetreiber nach dem Stand des iMSys-Rollouts für deine Adresse.
Deinen Jahresverbrauch findest du auf der letzten Jahresabrechnung. Er ist die wichtigste Größe, um das Sparpotenzial abzuschätzen — nutze dafür unseren Rechner oben.
Derzeit gibt es in Deutschland eine Handvoll Anbieter für dynamische Tarife — darunter Tibber, Ostrom und Awattar. Achte auf Grundpreise, Aufschläge auf den Börsenstrompreis und die Vertragslaufzeit (meist monatlich kündbar).
Nach dem Abschluss: Lade-App oder Steuerungssoftware einrichten, Verbrauchsspitzen bewusst in günstige Stunden verlagern. Die meisten Anbieter zeigen die Preise für den nächsten Tag bereits ab 15 Uhr an.